Starporträts

Kevin Schwantz

Kevin Schwantz wurde am 19. Juni 1964 in Housten im US-Bundesstaat Texas geboren. Er machte sich zunächst in der US-amerikanischen Superbike-Serie einen Namen und gab 1986 in Assen mit einer Suzuki in der 500-ccm-Klasse sein GP-Debüt. Dieser Marke und dieser Klasse blieb er fortan immer treu. Beim darauffolgenden Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps holte er als Zehnter seinen ersten WM-Punkt.
Ab 1988 fuhr er permanent in der Königsklasse des Motorradsports und gewann im japanischen Suzuka gleich das erste Rennen der Saison. Insgesamt brachte er es auf 25 Grand-Prix-Siege, womit er zu den Erfolgreichsten seiner Zunft gehört. Wie so mancher vor und nach ihm, tat er sich allerdings, trotz seiner vielen Siege, in Sachen Weltmeistertitel ziemlich schwer, was er nicht zuletzt seinem Alles-oder-Nichts-Fahrstil zu verdanken hatte. Dafür zählte er von Beginn an zu den absoluten Publikumslieblingen. 1989 fuhr Kevin Schwantz seine wahrscheinlich beste Saison, doch seinen sechs GP-Siegen standen sechs Nuller gegenüber, sodass er nur Gesamtvierter wurde. 1990 musste er sich in der Endabrechnung seinem Landsmann Wayne Rainey geschlagen geben. Der Vize-WM-Titel war allerdings auch aller Ehren wert. 1993 nahm er endlich auch die letzte Hürde und holte sich seinen verdienten WM-Titel. Dabei blieb es allerdings, denn so manche Verletzung tat ihr Übriges.
Das Projekt Titelverteidigung misslang 1994 mit Endrang vier. Nach wenigen Rennen der Saison 1995 gab Kevin Schwantz seinen Rücktritt bekannt.

Freddie Spencer

Frederick Burdette Spencer wurde am 20. Dezember 1961 in Shreveport im US-Bundesstaat Louisiana geboren. Seit seinem sechsten Lebensjahr fuhr er Rennen, wurde mit seinem offensichtlichen Talent mit 16 Jahren bereits Profirennfahrer und gewann auf Anhieb den AMA-Novice-Titel.
1979 gewann er die AMA-Lightweight-Meisterschaft (250 ccm) und unterzeichnete im Herbst jenes Jahres einen Werksvertrag bei Honda Japan. 1980 gab der bescheidene und streng gläubige Südstaatler im belgischen Zolder in der Halbliterklasse sein Grand-Prix-Debüt, allerdings auf einer Yamaha. 1981 machte er für Honda in verschiedenen Klassen der US-amerikanischen AMA-Meisterschaft Jagd auf die Titel, um 1982 mit der ersten Zweitakt-Rennmaschine von Honda endgültig in die Grand-Prix-Szene einzusteigen. Im belgischen Spa-Francorchamps feierte er seinen ersten GP-Sieg. 1983 wurde er mit 21 Jahren der jüngste 500er-Weltmeister der Geschichte. Nachdem er 1984 ein paar verletzungsbedingte Rückschläge einstecken musste, nahm er 1985 die Doppelbelastung mit Starts in der 500- und 250-ccm-Klasse auf sich. 14 Siege, sieben in jeder Klasse, davon vier Doppelsiege, fuhr er ein und war am Ende Doppelweltmeister.
Doch schon am Ende jener Saison begann sein wiederum von zahlreichen Verletzungen gekennzeichneter Abschied auf Raten. Mehrere Comeback-Versuche scheiterten. Seit 2019 arbeitet der 27-fache GP-Sieger regelmäßig bei den MotoGP als Race Steward in der Rennleitung.

Henk van Kessel

Henk van Kessel erblickte am 25. Juni 1946 im kleinen niederländischen Dörfchen Mill (nördlich von Eindhoven) das Licht der Welt und begann 1967 mit nationalen Rennen. Sein Grand-Prix-Debüt gab er 1972 nicht etwa in Assen, sondern erst gegen Saisonende im schwedischen Anderstorp, wo er als Zehnter des Rennens der 50-ccm-Klasse mit einer Kreidler auch gleich seinen ersten WM-Punkt einstrich.
Beim Saisonauftakt 1973 feierte er in Hockenheim als Zweiter seinen ersten GP-Podestrang. Das gelang ihm erst beim Saisonfinale im spanischen Jarama als Drittem wieder. Im gleichen Jahr wurde er erstmals Niederländischer Meister. So auch 1974, welches zudem sein erfolgreichstes WM-Jahr werden sollte. Von zehn 50er-Grand Prix gewann der Kreidler-Werksfahrer sechs und stand zwei weitere Male auf dem Podest. Damit hatte er sich ziemlich souverän zum Weltmeister gekürt. Nachdem Henk van Kessel schon 1973 parallel in die 125-ccm-Klasse hinein geschnuppert hatte, griff er hier 1974 mit der Ex-Jos-Schurgers-Bridgestone ins Geschehen ein. Mit ihr gelangen ihm ein zweiter und ein dritter Platz, was schlussendlich Tabellenrang fünf bedeutete.
Die Bridgestone verwendete Henk van Kessel als Basis für seine 125er-Eigenbau-Condor, mit der er 1975 zwei und 1976 drei Mal auf ein WM-Podest fuhr. 1979 gelang ihm mit einer 50er des niederländischen Mofa-Herstellers Sparta sein siebenter Grand-Prix-Sieg. 1982 holte er sich seinen siebenten nationalen Titel. Als 40-Jähriger hängte Henk van Kessel Ende 1986 den Helm an den Nagel.

Jos Schurgers

Der Niederländer Jos Schurgers wurde am 18. Februar 1947 in Haarlem geboren. 1968 debütierte er in seinem Heimatland in Assen in der Motorrad-WM und holte im Rennen der 50-ccm-Klasse mit seiner Kreidler als Fünfter seine ersten WM-Punkte.
1970 bestritt er seine erste volle WM-Saison, stand bei den 50ern zwei Mal als Dritter sowie auf dem Sachsenring sogar als Zweiter auf dem Podest. Im darauffolgenden Jahr wurde er in Assen und in Spa Zweiter sowie auf dem Sachsenring Dritter. Unter anderem damit landete er auf WM-Endrang drei.
1972 las man dann den Namen Jos Schurgers in den Starterlisten der 125-ccm-Klasse und dahinter als Motorrad-Fabrikat Bridgestone. In den 1960er-Jahren hatte sich der japanische Reifen-Hersteller für kurze Zeit unter die Motorradbauer gemischt. Jos Schurgers war vom 175-ccm-Bridgestone-Motor so begeistert, dass er diesen zusammen mit dem deutschen Ingenieur Jörg Möller auf 125 ccm reduzierte und ein geschichtsträchtiges Unikat schuf. Mit seiner Bridgestone fuhr Jos Schurgers in der zweiten Saisonhälfte vier Mal in die Punkteränge.
Nach drei Podestplätzen in der ersten Saisonhälfte 1973 schlug in Spa-Francorchamps Jos Schurgers große Stunde, als er mit der Bridgestone gewann. Es sollte sein einziger GP-Sieg und auch der einzige dieses Motorrades bleiben. Mit einem weiteren Podestplatz in Brno wurde er noch einmal WM-Dritter.
Danach trat er nur noch sporadisch an und Ende 1975 schließlich zurück. Mit elf Podestplätzen bei 25 Grand-Prix-Starts erzielte er eine stolze Quote.

Bo Granath

Mit einem Grand-Prix-Sieg oder gar einem WM-Titel kann der 83-jährige Schwede Bo Granath zwar nicht glänzen, aber eine Racer vorm Herrn ist er dennoch.
Geboren wurde Bo Granath am 1. Januar 1939 in Stockholm. 1960 bestritt er seine ersten nationalen Rennen sowie 1961 seinen ersten WM-Lauf. Bis 1979 war er im „Continental Circus“ unterwegs und bestritt in dieser Zeit 237 Grand-Prix-Rennen. 1967 holte er als Vierter des 500er-Rennens im strömenden Regen im finnischen Imatra mit seiner privaten Matchless seine ersten WM-Punkte.
1972 hatte Bo Granath sein bestes WM-Jahr. Auf dem Salzburgring sowie im heimischen Anderstorp fuhr er in den Rennen der Halbliterkategorie mit seiner technisch ganz sicher nicht auf dem neuesten Stand befindlichen Husqvarna jeweils als Dritter aufs Podest. Damit wurde er am Jahresende guter WM-Fünfter.
Nach seiner Grand-Prix-Karriere fuhr der schwedische Haudegen noch viele Jahre weiter, bis einschließlich 2006. Damals zählte er bereits 67 Lenze.
Als 1997 die Deutsche Motorrad Meisterschaft inklusive der Pro Superbike zum zweiten Mal auf dem neuen Sachsenring Station machte, mischte sich auch der damals 58-jährige Bo Granath unter die Teilnehmer der Pro Superbike, kam aber in beiden Rennen nicht ins Ziel.
Überaus erfolgreich war Bo Granath in seiner Heimat. So wurde er zwölffacher Schwedischer Meister sowie dreimaliger Nordic Champion. Hinzu kommt bei ihm ein EM-Titel 1999 im Classic Racing in der Klasse 7A.

Jon Ekerold

Ein extrem risikobereiter, allerdings auch oft verletzter Rennfahrer war Jonathan „Jon“ Ekerold. Er wurde am 8. Oktober 1946 in Johannesburg geboren. Mit 16 verließ er während des Unterrichts die Schule, um zu arbeiten. Das verdiente Geld investierte er in eine Rennmaschine, mit der er ab 1968 seine ersten Rennen bestritt.
1975 kam er nach Europa. Seinen ersten Grand Prix bestritt er auf dem Salzburgring, wo er im Rennen der 350-ccm-Klasse auf Anhieb Zweiter werden konnte. 1977 feierte er im französischen Le Castellet bei den 250ern seinen ersten GP-Sieg und wurde WM-Achter. Sogar WM-Dritter wurde er in der 350er-Klasse, wenngleich ohne Sieg, dafür aber mit drei Podestplätzen. Nach einem durchwachsenen Jahr 1978, gelang ihm 1979 in Hockenheim ein weiterer GP-Triumph, diesmal bei den 350ern.
1980 konzentrierte er sich auf die 350-ccm-Klasse und wurde zum ärgsten Widersacher von Toni Mang. Nur sechs WM-Läufe standen auf dem Programm, von denen Johnny Cecotto den ersten und danach Jon Ekerold und Toni Mang je zwei gewannen. Damit ging es zwischen dem Deutschen und dem Südafrikaner beim Finallauf auf dem Nürburgring um den Titel, den Jon Ekerold nach beinhartem Duell mit einem knappen Sieg auf einer privaten Bimota-Yamaha gewann. 1981 wurde er hinter dem Bayern mit zwei Saisonsiegen Vize-Weltmeister und wechselte dann in die 500-ccm-Klasse zu Cagiva, wo er allerdings kaum Erfolge hatte.
Mit zwei Frauen zeugte Jon Ekerold sechs Söhne, mit jeder deren drei, die teilweise ebenfalls im Motorsport bzw. beim Motocross landeten.

Christer Lindholm

Der erfolgreichste Fahrer der Pro-Superbike-Serie ist Christer Lindholm. Der Schwede wurde am 27. Juli 1966 in Danckryd geboren und holte in seiner Heimat von 1989 bis 1991 drei Superbike-Titel in Folge. Parallel bestritt er 1989 sein erstes Superbike-WM-Rennen und 1991 deren drei. Dabei glänzte er bei seinem Heimrennen in Anderstorp mit einem fünften Platz im zweiten Lauf. Ab 1992 war er dann Permanent-Rider in der Superbike-Weltmeisterschaft, wobei ihm ein Jahr später mit Endrang neun seine beste Saison gelang.
Der internationale Durchbruch blieb allerdings aus, doch der deutschen Top-Rennserie Pro Superbike drückte er danach seinen Stempel auf. 1994 kam er ins Team des deutschen Yamaha-Importeurs und verlor am Jahresende den schon sicher geglaubten Titel einen Monat nach dem Saisonfinale noch am grünen Tisch. Auch 1995 musste sich der amtierende Vize mit dem Silberrang begnügen und wechselte dann zu Ducati, mit denen er diesen Makel beseitigen konnte. Da sich am Saisonende Ducati aus der Pro Superbike zurück zog, kehrte Christer Lindholm ins Yamaha-Lager zurück und wiederholte seinen Titelgewinn. Im letzten Jahr der richtigen Pro Superbike gewann Christer Lindholm seinen dritten Titel sowie auch sein 36. Rennen. Damit ist er erfolgreichste Pro-Superbiker der Geschichte.
Nach drei weiteren Motorrad-Jahren, u. a. in der Supersport-WM, bestritt der Hobby-Eisspeedway-Pilot im skandinavischen Porsche Cup sowie in diversen GT-Serien recht erfolgreich Autorennen.

Toni Mang

Der erfolgreichste deutsche Solo-Motorrad-(Straßen-)Rennfahrer ist Anton „Toni“ Mang. Der Bayer wurde am 29. September 1949 in Inning am Ammersee geboren. Nach einer Kinder-Film-Karriere fuhr er Skibob und wurde dabei Deutscher und Junioren-Europameister. Danach bestritt er 1969 mit einer 50-ccm-Kreidler seine ersten Motorradrennen. 1970 heuerte er zusammen mit seinem langjährigen Wegbegleiter Sepp Schlögl beim WM-Piloten Dieter Braun als Mechaniker an. Parallel schufen Sepp Schlögl, Toni Mang und Alfons Zender die 250er-Eigenbau-Rennmaschine SMZ, mit der ihm in der DM sein erster Rennsieg gelang.
1976 debütierte er mit einer 125-ccm-Morbidelli in der Motorrad-WM und errang beim achten Saisonrennen auf dem Nürburgring seinen ersten Grand-Prix-Sieg. Ein Jahr später errang er mit einer Yamaha in der 350-ccm-Klasse seinen ersten von vier DM-Titeln. Ein weiteres Jahr später wurde er von Kawasaki für die 250er- und 350er-WM mit Werksmaterial ausgerüstet, wo ihm zunächst noch die A-Werksfahrer Kork Ballington und Gregg Hansford im Weg standen. So auch 1979, doch 1980 gewann er auf seiner Kawasaki in Krauser-Farben bei den 250ern seinen ersten WM-Titel. 1981 wurde er in der Viertelliter- sowie der 350-ccm-Klasse sogar Doppelweltmeister und fügte diesen 1982, wiederum bei den 350ern einen vierten Titel hinzu. Nach einem nicht von Erfolg gekrönten Ausflug in die 500er-Kategorie kehrte er 1884 in die 250-ccm-Klasse zurück und wurde 1987 als Honda-Werksfahrer zum fünften Mal Weltmeister. Mitte 1988 trat er als 42-facher Grand-Prix-Sieger zurück.
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Text/Fotos: Thorsten Horn